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Das Kloster Panagia auf Korfu

Der Ort Paleokastritsa liegt an der Westküste von Korfu. Schon von Weitem erkennt man den gigantisch ins Meer hineinragenden Felsen, auf dem hoch oben das blendend weiße Kloster Panagia thront. Der Felsen zerteilt die Küste hier in sechs kleine Buchten, von denen drei wie ein Kleeblatt untereinander verbunden sind. Vom Kloster aus bietet sich dem Besucher ein atemberaubender Anblick über die kleinen Strände mit weißem Sand, das glasklare Meer und die vielen Farben des Wassers von Türkis bis hin zu Himmel- und Aquamarinblau.

Das Kloster heißt eigentlich Kloster Panagia Theotokos, was übersetzt "Kloster der Mutter Gottes von der Leben spendenden Quelle" bedeutet. Mit seinen in frischem Weiß gekalkten Mauern, den vielen in den Innenhöfen aufgestellten oder gepflanzten Blumen und dem Wunschbrunnen, gehört das Kloster Panagia auf Korfu zu den repräsentativsten und meistbesuchtesten Klöstern der Insel.

Vermutlich wurde das Kloster im 13. Jahrhundert von den Bewohnern des nahen Dorfes Paleohoro errichtet und war zunächst für die Bevölkerung als Zufluchtsort vor Piraten gedacht. Wie auf Korfu seinerzeit üblich, so könnten für den damaligen Bau allerdings auch die Ruinenteile eines antiken Gebäudes verwendet worden sein. Einen geschichtlichen Beweis für die ursprüngliche Erbauung des Klosters gibt es jedoch leider nicht.

Nach der Zerstörung durch die Genuesen im Jahr 1403, wurde das Kloster im Jahr 1469 wieder aufgebaut. Bis auf die nördlichste Eingangstür, die dem Jahr 1722 zugeordnet werden kann, stammt fast der gesamte Komplex aus der Zeit nach der großen Türkenschlacht im 16. Jahrhundert.

Besonders sehenswert ist die kleine Kapelle, die inmitten duftender Kräutergärten steht. In den Innenräumen sind wertvolle und wunderschöne Ikonen aus dem 17. Jahrhundert zu sehen.

Vor den Toren des Klosters steht noch eine alte Kanone aus der Zeit der russischen Besetzung im Jahr 1800. Während des Zweiten Weltkrieges benutzten deutsche Soldaten das Kloster als Kaserne und verstärkten die Befestigungsanlagen.

In einem kleinen Museum sind eine prähistorische Steinaxt, Walfischknochen sowie alte Oliven- und Weinpressen ausgestellt.

In der Hochsaison wird das Kloster Panagia auf Korfu regelmäßig von vielen Tagestouristen mit Bussen besucht. Am Besten ist es allerdings, auf eigene Faust zum Kloster hinaufzufahren und den Kontakt zu einem der Mönche zu suchen.